iPhone als Hörgerät nutzen – Fennex entwickelt App

Eine Schweizer Firma tritt an den Hörgerätemarkt zu revolutionieren und kann vielleicht mehr Menschen zu einem besseren Hören verhelfen als es die Hörgeräteindustrie je tat. Wie das Smartphone zum Hörgerät wird und welche Chancen es bietet, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Mit AirPods und iPhone zum besseren Hören

Das Start-up „Fennex“ hat eine App für iOS entwickelt, die ein iPhone in eine Hörhilfe verwandelt. In Kombination mit  kabellosen Kopfhörern wie den Airpods ist die Nutzung entsprechend unauffällig und komfortabel. Vor dem ersten Einsatz wird das richtige Verstärkerniveau über einen etwa dreimenütigen Hörtest ermittelt. Danach lässt sich der Klang wie bei einem Equalizer den Vorlieben anpassen. Die App ist momentan in einer Betaphase und kostenlos. Das folgende Video zeigt die Möglichkeiten:

Weg vom schlechten Hörgeräteimage

Hörgeräte haben kein gutes Image und viele Menschen mit Schwerhörigkeit haben ein Problem damit, ein Hörgerät zu tragen oder zum Akustiker zu gehen. Manche Betroffene kommen oft gut im Alltag zurecht, haben aber in bestimmten Situationen große Sprachverständnisprobleme. Dafür möchten Sie aber nicht gleich ein für Sie oft viel zu teures Hörgerät zulegen. Für Gelegenheitsnutzer oder besondere Situationen bietet sich die Nutzung eines Smartphones als Hörgerät daher gut an.

Noch kein Ersatz, aber ein guter Ansatz

Der Gründer Alex Mari war zuvor beim Hörgerätehersteller Sonova (Phonak, unitron, Hansaton, …)  tätig und kennt die Probleme der Branche. Warum die klassischen Hörgerätehersteller nicht eine solche App als Medium nutzen um aufzuzeigen, wie ein Nutzer besser hören könnte ist mir völlig unverständlich. Eine App oder ein iPhone ist kein Ersatz für ein Hörgerät, zumindest nicht, solange die Signalverarbeitung im Smartphone selbst stattfindet. Die sich dadurch ergebene Latenz ist auf Dauer unangenehm und auch die Akkulaufzeit der Bluetooth-Kopfhörer ist zu kurz. Für Zwischendurch und schwierige Situation ist die Lösung aber sehr praktisch und auch, um selbst zu hören, was einem vielleicht sonst entgeht. Wenn sich die Einstellmöglichkeiten später auf ein Hörgerät übertragen ließen, wären vielen Menschen damit sehr geholfen.

Weitere Informationen und Berichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.